RWTH Aachen: Demonstrationsfabrik zeigt Industrie 4.0

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Ziel der Veranstaltungsreihe „Lab Tour I40“ ist es, den Mitgliedsunternehmen einen Einblick in die aktuellen Arbeiten renommierter deutscher Forschungsinstitute zu bieten. Die Teilnehmer der dritten Lab Tour I40 besichtigten die Demonstrationsfabrik Aachen (DFA) auf dem Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen Campus. Organisatoren der Veranstaltung waren das VDMA-Forum Industrie 4.0 und der VDMA NRW.

Mit kurzen Impulsvorträgen aus Forschung und Industrie wurden die Teilnehmer in das Thema Industrie 4.0 eingeführt. Im Anschluss präsentierten die Forscher in Kleingruppen praxisnahe Umsetzungen für den Mittelstand. Im Mittelpunkt standen dabei Industrie-4.0-Beispiele in der Demonstrationsfabrik Aachen GmbH (DFA). Daneben gab es ausreichend Zeit für den informellen Austausch der Teilnehmer.

Industrie 4.0 im realen Betrieb

In der Demonstrationsfabrik (DFA) wird in einem realen Produktionsumfeld die wandlungsfähige Produktion abgebildet und produktionssystematische und -logistische Fragestellungen auf Basis von empirischen Daten erforscht. Es wird dort die komplette Wertschöpfungskette einer Kleinserienproduktion von der Fertigung bis zur Montage abgebildet und in Echtzeit überwacht, um Auswirkungen von Veränderungen in der Produktion messen zu können. In Verbindung mit den zugehörigen Innovations-Labs (ERP-Innovation-Lab, Smart-Systems-Innovation-Lab und Service-Science-Innovation-Lab) werden Ansätze und Lösungen von Industrie 4.0 validiert und demonstriert. Die generierten Bewegungsdaten aus dem realen Produktionsbetrieb werden in den Innovation-Labs weiterverwendet.

Die vorgestellten Demonstratoren auf der Lab Tour I40 zielten zum Beispiel auf die automatisierte Ermittlung von Übergangszeiten mit Hilfe von RFID-Sensoren (zur erhöhten Aussagefähigkeit), auf situative Kapazitätsplanung (Übersicht über Produktionskapazitäten, Simulation von Handlungsalternativen), rückmeldedatenbasierte Analyse der PPS (Visualisierung der Rückmeldedaten, simulative Bestimmung der optimalen Steuerung) und adaptive Montageanweisungen.

Die bestehende Infrastruktur der DFA bietet die Gelegenheit, Industrie 4.0 von der Geschäftsprozess- bis zur Ausführungsebene in einer ganzheitlichen Produktionsumgebung zu erfahren. Aufgrund dieser Praxisnähe erhalten Unternehmen einen idealen Einblick darin, wie sich Industrie 4.0 auf ihre eigenen Prozesse auswirken kann. Die Implementierung und Erprobung in einem realen Betrieb ermöglicht es darüber hinaus, den Nutzen von Industrie 4.0 insbesondere für die mittelständisch geprägte produzierende Industrie zu quantifizieren und eine schrittweise Migration zur Industrie-4.0-Fabrik aufzuzeigen.

 

Bildquelle : VDMA

Binzer, Judith
Binzer, Judith
Datei-Anhänge:
LabTourI40_Kompetenzblatt... Vortrag_Thomas_Gartzen.pdf