EU-Staaten fordern Binnenmarkt für Industrie 4.0

29.05.2015 | id:8310589

Ein digitaler Binnenmarkt in Europa darf sich nicht auf die Digitalwirtschaft beschränken, sondern muss auch das produzierende Gewerbe umfassen – so hat es der VDMA immer gefordert, und so sehen es nun auch die EU-Mitgliedstaaten. Beim EU-Ratstreffen für Wettbewerbsfähigkeit am 28. und 29. Mai in Brüssel betonten die Vertreter der EU-Staaten die Bedeutung der Digitalisierung für die gesamte Industrie und den Industriestandort Europa. Die Ratsbeschlüsse sind damit ein weiterer Schritt zu einem EU-Binnenmarkt für Güter und Dienstleistungen der Industrie 4.0.

„Der digitale Wandel betrifft die Industrie nicht nur als Anbieter digitaler Güter und Dienste, sondern auch als Nutzer“, heißt es in der gemeinsamen Position der Mitgliedstaaten. Hieraus ergäben sich Konsequenzen für die komplette Wertschöpfungskette, auch im Hinblick auf neue Technologien und Geschäftsmodelle. Zudem stellen die EU-Staaten den Digitalen Binnenmarkt in direkten Zusammenhang mit dem Ziel der EU, bis zum Jahr 2020 einen Industrieanteil von 20 Prozent in Europa zu erreichen. Um eine digitale Industrie in Europa voranzutreiben, fordern die EU-Länder unter anderem einen Digitalcheck, der die Auswirkung neuer und bestehender EU-Gesetze auf eine digitalisierte Wirtschaft abschätzen soll.

Insgesamt geht der Beschluss des Rates deutlich mehr auf die Digitalisierung der industriellen Wertschöpfungsketten und des produzierenden Gewerbes ein als die EU-Kommission in ihrer Strategie zum Digitalen Binnenmarkt vom 6. Mai. Dieser hatte sich in erster Linie an Verbraucherthemen orientiert. Der VDMA sieht in den Forderungen des Rates nun ein wichtiges Zeichen, dass es die EU-Staaten nicht bei einem Binnenmarkt für digitale Produkte belassen wollen, sondern auch das immense Potenzial von Industrie 4.0 erkennen. Von der EU fordert der VDMA unter anderem einen europäischen Ansatz für Cloud-Computing und eine Debatte über den Umgang mit Geschäfts- und Produktionsdaten in der Industrie.

Die vorläufigen Ratsbeschlüsse können hier auf Englisch abgerufen werden.

 

Bildquelle : Deutsche Messe AG

Radszuhn, Eike
Radszuhn, Eike