Rahmenwerk "RAMI 4.0" schafft Struktur

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Mit dem von der Plattform Industrie 4.0 entwickelten „Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0“ (RAMI 4.0) wurde ein Rahmenwert geschaffen, um bestehende Standards und Technologien überschaubar zu strukturieren.

Industrie 4.0 ist ein interdisziplinäres Themenfeld, in dem Normen und Standards sowie die zur Umsetzung notwendigen Technologien aus Maschinenbau, Elektronik, Elektrotechnik, Kommunikations- und Informationstechnik zusammengeführt werden müssen. Der Arbeitskreis „Referenzarchitektur, Standards und Normung“ der Plattform Industrie 4.0 hat sich dieser Aufgabe angenommen und mit dem „Referenzarchitekturmodell Industrie (RAMI) 4.0“ ein Rahmenwerk geschaffen, in dem Normen und Standards verortet werden können, um so ihren Anwendungs- und Anpassungsbedarf zu ermitteln.
 

Industrie 4.0 braucht Struktur

RAMI 4.0 ist ein dreidimensionales Schichtenmodell, das den Lebenszyklus von Produkten, Fabriken, Maschinen oder Aufträgen den Hierarchieebenen von Industrie 4.0 gegenüberstellt. Das Modell gliedert die existierenden Normen und Standards in überschaubare Teile. Ziel ist es, das interdisziplinäre Themenfeld Industrie 4.0 anschaulich zu strukturieren und so zielgerichtete Diskussionen zu fördern. RAMI 4.0 ist national als DIN SPEC 91345 und international als IEC PAS 63088 veröffentlicht.

Dem mittelständischen Maschinenbau wird mit RAMI 4.0 ein Werkzeug an die Hand gegeben, welches die Einführung und Umsetzung von herstellerübergreifenden Lösungen eröffnet und fördert. Neben Normen und Standards sollen künftig auch Anwendungsfälle und Lösungsansätze berücksichtigt werden. Je nach Anwendungsfall und Lösungsansatz empfiehlt das Modell die zugehörigen Normen und Standards. Dies gelingt nur durch Mitarbeit des mittelständischen Maschinenbaus, der als Anwender und gleichzeitig Anbieter von Industrie 4.0 über das nötige Expertenwissen verfügt. Nur so kann die Akzeptanz in Anwender- und Anbieterkreisen sichergestellt werden.
 

Vorzugsstandards in RAMI benennen

Entlang des Lebenszyklus sind bereits Vorzugsstandards benannt. In der Phase des Engineerings, in der die Produkttypen beschrieben werden, sind die Standards STEP (Standard for the Exchange of Product Model Data, ISO 10303) und AutomationML (Automation Markup Language, IEC 62714) favorisiert.

In STEP werden Produktdateninformationen des gesamten Lebenszyklus abgebildet. Anwendungen von STEP sind das Computer-Aided Design (CAD), das Computer-Aided Engineering (CAE), das Computer-Aided Manufacturing (CAM), das Produktdatenmanagement (PDM) und das Digital Mock-Up (DMU).

AutomationML ist ein Datenformat für Anlagenplanungsdaten mit dem Ziel, die heterogenen Tool-Landschaften des mechanischen Designs, des elektrischen Designs, der Entwicklung der Mensch-Maschine-Schnittstelle und der Steuerungsprogrammierung zu überbrücken.

OPC UA (Open Platform Communication Unified Architecture, IEC 62541) ist ein Interoperabilitätsstandard in der Phase der Produktherstellung, in dem die konkreten Produktinstanzen hergestellt werden. OPC UA befähigt den Maschinen- und Anlagenbau, seine Produktion digital zu vernetzen. In sogenannten OPC UA Companion Specifications definieren die Maschinenbauunternehmen die Mechanismen der Zusammenarbeit im industriellen Umfeld. Der VDMA unterstützt die seine Mitgliedsfirmen auf dem Weg zum Plug and Play in der industriellen Produktion (https://opcua.vdma.org).

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