Plattform Industrie 4.0: Vor dem Wettbewerb steht die Kooperation

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Mit über 300 Akteuren aus 159 Organisationen ist die Plattform Industrie 4.0 das zentrale Netzwerk für nationale und internationale Aktivitäten zur digitalen Transformation der Produktion.

Wie Deutschland auch der Fabrikausrüster für die Industrie 4.0 sein kann, wie der Produktionsstandort Deutschland mit Industrie 4.0 seine Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern kann, welche Rolle Deutschland bei der Setzung von Standards spielen kann und wie die Arbeitswelt mit Industrie 4.0 zum Nutzen der Menschen gestaltet werden kann – Antworten auf diese Fragen sollen durch die Plattform Industrie 4.0 im Dialog entstehen. Gemeinsam wollen Unternehmen und ihre Belegschaft, Gewerkschaften, Verbände, Wissenschaft und Politik eine hohe Wirkung entfalten. Es sollen ambitionierte, aber auch realisierbare Handlungsempfehlungen für alle Akteurinnen und Akteure erarbeitet werden, einschließlich der Initiierung geeigneter Standards. Zudem soll eine einheitliche, an dem Bedarf der Anwenderinnen und Anwender orientierte Forschungsagenda entwickelt werden. Schließlich sollen aussagekräftige Anwendungsbeispiele identifiziert werden, die die verschiedenen Effekte vernetzter Produktions- und Wertschöpfungsnetzwerke, wie die Vorteile neuer Geschäfts- und Arbeitsmodelle, unmittelbar demonstrieren.
 

Arbeitsgruppen

Sechs Arbeitsgruppen stehen für die fachlichen und inhaltlichen Ergebnisse der Plattform. Der VDMA bringt in allen Arbeitsgruppen die Sichtweise des Maschinenbaus ein. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Unternehmen, anderen Verbänden, Betriebsräten und Wissenschaft entwickelt er in den AGs vorwettbewerbliche Konzepte, Lösungen und Empfehlungen zu Schlüsselthemen der Industrie 4.0 – von Standardisierung und IT-Sicherheit bis hin zu wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Dimensionen.


Struktur

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek steuern und leiten die Plattform gemeinsam mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften. In themenspezifischen Arbeitsgruppen erarbeiten Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Bundesministerien operative Lösungsansätze.

Sie greifen dabei Zukunftsfragen in den Bereichen Standardisierung und Normung, Sicherheit vernetzter Systeme, rechtliche Rahmenbedingungen, Forschung, Arbeitsgestaltung und Geschäftsmodelle auf. Der Lenkungskreis mit Unternehmensvertretern entwickelt eine Strategie zur technischen Umsetzung der Arbeitsgruppenergebnisse. Über internationale Kooperation trägt die Plattform Industrie 4.0 ihre Ergebnisse in die globalen Diskurse und fördert weltweit einheitliche Grundlagen sowie den grenzüberschreitenden Austausch zur Digitalisierung in der Produktion.

Mehr über die Arbeit der Plattform finden Sie unter plattform-i40.de

 

Die Geschichte der Plattform Industrie 4.0

Industrie 4.0 gehört zu den im Aktionsplan Hightech-Strategie 2020 verabschiedeten Zukunftsprojekten. Die Bundesregierung griff damit die rasante gesellschaftliche und technologische Entwicklung in diesem Bereich auf und legte Strukturen für die Zusammenarbeit aller Akteure des Innovationsgeschehens in Deutschland. Der durch die Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft des BMBF eingesetzte Arbeitskreis Industrie 4.0 beleuchtete die Voraussetzungen für den erfolgreichen Aufbruch ins vierte industrielle Zeitalter. Im Oktober 2012 übergab der Arbeitskreis seinen Bericht unter dem Titel „Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0“.

Die Verbände BITKOM, VDMA und ZVEI – sie repräsentieren zusammen über 6.000 Mitgliedsunternehmen – griffen die Aufforderung zur Fortführung und Weiterentwicklung des Projekts Industrie 4.0 auf und schlossen im April 2013 die Kooperationsvereinbarung, in Form einer ideellen thematischen Zusammenarbeit über Verbandsgrenzen hinweg die Plattform Industrie 4.0 zu betreiben. Der Start der Plattform Industrie 4.0 wurde offiziell auf der Hannover Messe 2013 bekannt gegeben.

Im April 2015 wurde die Plattform Industrie 4.0 ausgebaut – weitere Akteure aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik kamen hinzu.