Sensorik für Industrie 4.0

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Bei der Realisierung von Industrie 4.0 spielen Sensoren eine zentrale Rolle. Doch die Umsetzung technologischer Innovationen wird oftmals durch die Kosten für eine geeignete Sensorik erschwert. Hier unterstützt der VDMA-Leitfaden Anwender und Hersteller bei der Entwicklung kostengünstiger Sensorsysteme.

Ziel des Leitfadens ist es, für Anwender und Hersteller von Sensorsystemen Stellhebel und Wege zu niedrigeren Sensorkosten aufzuzeigen. Hierfür werden zum einen Sensoranwender durch Leitfragen und unterstützende Werkzeugkästen im frühen Entwicklungs- und Evaluationsprozess der eigenen Anwendung unterstützt. Damit soll der Weg zu einer kostenorientierten Anforderungsdefinition und dem Einsatz kostengünstigerer Sensorik geebnet werden. Auf der anderen Seite sollen Sensorhersteller durch Handlungsempfehlungen in der Zusammenarbeit mit Sensoranwendern unterstützt werden. Zudem werden Wege aufgezeigt, wie Aspekte aus anderen Sektoren auf die eigenen Produkte übertragen werden können.

Hintergrund

In der Diskussion mit Sensorherstellern wird schnell klar, warum der Vergleich mit kostengünstiger Sensorik aus dem Consumer- oder Automobil-Sektor nicht möglich ist: Die viel geringeren Stückzahlen von Sensorsystemen in industriellen Anwendungen führen dazu, dass die Entwicklungskosten auf wenige verkaufte Einheiten umgelegt werden müssen. Auch in der Produktion stellen sich weit geringere Wiederholeffekte ein als etwa bei Sensoren für den Automobilsektor. Die Folge sind deutlich höhere Kosten.

Sieben Leitfragen und fünf Werkzeugkästen

Der Leitfaden stellt sieben Leitfragen und fünf zugehörige Werkzeugkästen bereit. Die Leit-fragen sollen Anwender dabei unterstützen, alle potenziell kostentreibenden Aspekte der Sensoranwendung zu beleuchten und sie kritisch in die Lösungsfindung miteinzubeziehen. Bei der Beantwortung der Leitfragen unterstützen fünf thematisch gegliederte Werkzeugkästen, die technische Optionen und Vorgehensweisen für unterschiedliche Aspekte von Sensorsystemen anschaulich darstellen. Dass die Vorgehensweise ein kostengünstiges Sensorsystem hervorbringt, kann selbstverständlich nicht garantiert werden – wenn die Anwendung es erlaubt, dient der Leitfaden jedoch als Hilfsmittel, dieses Potenzial auszunutzen. 

Die Verantwortlichen

Das VDMA-Forum Industrie 4.0 hat in Kooperation mit dem wbk Institut für Produktionstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und einem projektbegleitenden VDMA-Industriearbeitskreis diesen Leitfaden erstellt. Der Arbeitskreis setzte sich aus 13 führenden Sensorherstellern und –anwendern zusammen. Ziel war es, durch einen direkten Austausch in persönlichen Interviews, Befragungen und Workshops die Perspektiven von Sensorherstellern und Sensoranwendern gegenüberzustellen und Hilfestellungen zu entwickeln.


FOKUS TECHNIK in den VDMA-Nachrichten:
Sensoren verbinden analoge und digitale Welt

Industrie 4.0 steht und fällt mit der zuverlässigen, dezentralen Datenerfassung über Sensorik. Im FOKUS TECHNIK in den VDMA-Nachrichten geben VDMA-Mitglieder Praxistipps und Hilfestellung für die Einführung kostengünstiger Sensorik.

VDMA-Mitglieder finden den FOKUS TECHNIK SENSOREN hier.

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„Junge“ industrielle Anwendungen wie aus dem Bereich Industrie 4.0, die oft auf zusätzliche Sensorik angewiesen sind, verlieren mit steigenden Kosten jedoch an Attraktivität für Kunden und Entscheider im eigenen Unternehmen. Deshalb ist hier eine strategische Auseinandersetzung mit einem Wechselspiel aus Anforderungen, Stückzahlen und Anschaffungskosten für die jeweilige Anwendung erforderlich.

Der Leitfaden soll Anwender und Hersteller bei der Anforderungsdefinition und Entwicklung -kostengünstigerer Sensorsysteme unterstützen. Auch wenn er dabei insbesondere auf „junge“, besonders kostensensible Anwendungen abzielt, kann er selbstverständlich auch für die Weiterentwicklung etablierter Produkte eingesetzt werden.

Die Leitfragen und Werkzeugkästen sollen Sensor­anwender bei der Umsetzung der eigenen, möglichst kostengünstigen ­Sensoranwendung unterstützen.

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