OPC UA Companion Specifications für Robotik und Industrielle Bildverarbeitung veröffentlicht

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In der intelligenten Fabrik der Zukunft müssen Maschinen dieselbe Sprache sprechen. Entscheidend hierfür ist die Standardisierung von Kommunikationsschnittstellen. Der VDMA erarbeitet deshalb branchenspezifische OPC UA Companion Specifications und hat aktuell die OPC UA Companion Specifications für Robotik und Industrielle Bildverarbeitung veröffentlicht.

München, 19. Juni 2018 – Auf ihrer Pressekonferenz auf der automatica 2018 haben die OPC UA-Arbeitsgruppen Bildverarbeitung und Robotik die ersten Versionen ihrer Spezifikationen veröffentlicht. "Interoperabilität ist der Schlüssel zur Differenzierung unserer Produkte in einer vernetzten Welt der Industrie. 4.0. OPC UA ist der designierte Standard, um Maschinen in der intelligenten Fabrik der Zukunft die gleiche Sprache sprechen zu lassen. Mit der heutigen Veröffentlichung der Companion Specifications haben wir einen Meilenstein auf diesem Weg erreicht", sagte Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Vorsitzender der VDMA OPC Vision Initiative. "Der VDMA hat das Potenzial von OPC UA frühzeitig erkannt und die Standardisierung von Daten und Schnittstellen für Maschinen und Komponenten in seinen Branchen vorbildlich und konsequent mit seinen Mitgliedern vorangetrieben", ergänzt Stefan Hoppe, globaler Vizepräsident der OPC Foundation. 
 

Selbstbeschreibende Roboter 

Die OPC UA Companion Specification für die Robotik (kurz OPC UA Robotics) bietet ein standardisiertes Informationsmodell, das in der Lage ist, alle roboterbezogenen Daten unabhängig von Hersteller und Standort einheitlich darzustellen. Der nun als Entwurf freigegebene Teil 1 ermöglicht Asset Management, Zustandsüberwachung, vorbeugende Wartung und vertikale Integration - zu jeder Zeit, überall auf der Welt und unabhängig von Hersteller und Robotertyp. Es bietet die ideale Basis zur Datenanalyse und zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität. 
 

Vereinfachte Bildverarbeitungsintegration

Die OPC UA Companion Specification für die Industrielle Bildverarbeitung (kurz OPC UA Vision) bietet ein generisches Modell für alle Bildverarbeitungssysteme - von einfachen Vision-Sensoren bis hin zu komplexen Inspektionssystemen. Einfach ausgedrückt, definiert es den Wesenskern eines Bildverarbeitungssystems. Teil 1, der heute als Release Candidate veröffentlicht wurde, beschreibt den Infrastrukturlayer, der eine Abstraktion des generischen Bildverarbeitungssystems darstellt. Er ermöglicht die vereinheitlichte Steuerung eines Bildverarbeitungssystems und abstrahiert das notwendige Verhalten über ein sogenanntes Statusmaschinenkonzept. Die Verwaltung von Rezepten, Konfigurationen und Ergebnissen erfolgt standardisiert, wobei die Inhalte herstellerspezifisch bleiben und wie Blackboxes behandelt werden. 
 

Fähigkeitenbasierte Steuerung für Wandelbarkeit

Neben der Veröffentlichung der beiden neuen Companion Specifications wurde heute erstmals ein Demonstrator zur fähigkeitenbasierten Steuerung mittels OPC UA vorgestellt. Der Demonstrator ist eine vollwertige Montagezelle, die Fidget-Spinner produziert und Systeme und Komponenten von mehr als 20 Herstellern integriert, die eine Sprache sprechen: OPC UA. 
 

Dashboard für Roboter-Zustandsüberwachung

Ein weiterer auf der automatica vorgestellter Demonstrator zeigt die OPC UA Companion Specification für Robotik in Aktion. Führende Roboterhersteller zeigen, wie Zustandsüberwachung unabhängig von Hersteller und Robotertyp in der Cloud realisiert werden kann. Alle relevanten Statusdaten sind auf einem Dashboard übersichtlich dargestellt. Anwendungen dieses Demonstrators sind Asset Management, Zustandsüberwachung, vorbeugende Wartung und vertikale Integration. 
 

Erstes Testbed für die Validierung von OPC UA Companion Specifications

Der VDMA ist Mitbegründer des vorwettbewerblichen und gemeinnützigen Verbandes Labs Network Industry 4.0 (LNI), der neutral Testbeds betreibt und Use Cases auf KMU-Anforderungen und Standardisierung fokussiert. Die Hochschule Ravensburg-Weingarten plant gemeinsam mit Industriepartnern das erste Testbed in ihrem Labor zu etablieren. "Die praktische Validierung durch Anwender, insbesondere durch KMU, ist ein Schlüssel zum Erfolg für darauffolgende internationalen Normungsaktivitäten", betont Dr. Christian Mosch vom VDMA Forum Industrie 4.0. Das Testbed ist ohne Barrieren offen für neue Partner. 
 

OPC UA Companion Specifications jetzt verfügbar

Die OPC UA Vision Companion Specification ist ab sofort als VDMA Einheitsblatt 40100 (als Release Candidate) kostenlos erhältlich. Die OPC UA Robotics Companion Specification ist ab sofort als VDMA Einheitsblatt 40010 (als Entwurf) kostenlos erhältlich. Beide Spezifikationen können unter opcua@vdma.org angefordert werden.

 

STATEMENTS

Dr. Heinol-Heikkinen 

„Interoperabilität ist der Schlüssel zur Differenzierung unserer Produkte in einer vernetzten Welt der Industrie 4.0. Der VDMA hat sich entschieden, als Katalysator zu fungieren: Gemeinsam mit seinen Mitgliedern erstellt der Verband markt- und branchenspezifische OPC UA Companion Specifications. Als Vorsitzender der VDMA OPC Vision Initiative bin ich stolz darauf, dass unsere Branche eine Vorreiterrolle einnimmt und erstmals den Release Candidate der OPC UA Vision Companion Specification präsentiert. Mein aufrichtiger Dank gilt meinen Kolleginnen und Kollegen in der Arbeitsgruppe für ihr herausragendes Engagement, der OPC Foundation für die großartige Zusammenarbeit und natürlich meinem Verband, dem VDMA, für mutige und wegweisende Entscheidungen. Weiter so!” 

Dr. Heinol-Heikkinen

Vorsitzender der VDMA OPC Vision Initiative und Geschäftsführender Gesellschafter, ASENTICS GmbH & Co. KG  

 

Stefan Hoppe 

„Der VDMA hat frühzeitig das Potential von OPC UA erkannt und darauf basierend die Standardisierung von Daten- und Schnittstellen für Maschinen und Komponenten seiner Branchen vorbildlich und konsequent mit seinen Mitgliedern vorangetrieben. Die VDMA Standardisierungen helfen Kosten zu reduzieren - für Inbetriebnahmen und für den Informationsaustausch mit Maschinen bei gleichzeitig deutlich gestiegener IT Sicherheit - wichtige Schlüsselfaktoren in einer vernetzten Welt.“ 

Stefan Hoppe

OPC Foundation, Globaler Vizepräsident  

 

Dr. Christian Mosch 

„Die Veröffentlichung der OPC UA Companion Specifications für die Robotik und IBV ist ein wichtiger Schritt in Richtung herstellerübergreifender Interoperabilität im Maschinenbau. Die Industrie-4.0-Kommunikation von morgen wird auf dieser Entwicklung aufsetzen und weiter ausgestaltet werden.“ 

Dr. Christian Mosch

VDMA Forum Industrie 4.0  

 

Heinrich Munz 

„OPC UA Companion Specifications – semantische Selbstbeschreibungen für die Maschinen im Fokus des VDMA - sind das informationstechnische Bindeglied, um die OT-Welt mit der IT-Welt zu verbinden. Dadurch wird Industrie 4.0 erst richtig möglich.“ 

Heinrich Munz

KUKA AG, Lead Architect Industry 4.0 

 

Friedrich Durand

„Die VDMA OPC UA Initiative bietet uns die Möglichkeit, mechatronische Systeme mittels normierter Fähigkeiten („Skills“) zu beschreiben. Diese „gemeinsame Sprache für mechatronische Systeme“ wird die Planung und die Auslegung der Systeme grundlegend effizienter und weniger fehlerbehaftet machen. Dabei wird OPC UA eine tragende Rolle bei der Umsetzung der Kommunikation spielen. Der auf der automatica 2018 präsentierte Demonstrator zeigt die Machbarkeit solcher Technologien im Sinne der I4.0 und die sehr gute Zusammenarbeit aller Partner bei der Definition und Umsetzung dieser Ideen." 

Friedrich Durand

Afag GmbH, CTO