Innovation ist mehr als eine Produktidee

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Die Startphasen von Innovation entscheiden darüber, ob aus Ideen Innovationen werden. Wir berichten von einigen Highlights aus zwei Workshops „Real Time Innovation“. Ein Real Time Innovation Canvas bringt neue Perspektiven auf die Phasen und Bausteine einer gelingenden Innovation.

Eine gute Produktidee, eine Idee für ein Geschäftsmodell ist das eine. Unternehmen bzw. deren Mitarbeiter haben oft sehr viel mehr Ideen als umgesetzt werden (können). Oft scheitern gute Ideen, weil sie nicht zum gewohnten Handlungspfad von Unternehmen gehören, und deshalb die Priorisierung angesichts knapper Ressourcen zuungunsten neuer Pfade ausfällt. Hinzu kommt, dass der Komplexität von Innovation nicht genügend Rechnung getragen wird.

Das Strascheg Center for Entrepreneurship hat in Workshops mit Startups und VDMA Mitgliedsfirmen Handlungsmuster für den Innovationsprozess herausgearbeitet, die erfolgversprechend sind. So kann man im Innovationsprozess fünf Phasen unterscheiden: 1. Starten, 2. Entdecken und Ergründen, 3. Verwandeln, 4. Erschaffen und 5. Umsetzen.

Auf den Workshops war deutlich zu spüren und zu beobachten, dass „wir Maschinenbauer“ uns am wohlsten in der Phase 4 fühlen, dem Erschaffen einer neuen Produktidee. Auch die Umsetzung in Phase 5 ist noch ein gewohntes Feld. In der Phase 4 und 5 ist übrigens der Business Model Canvas für die Geschäftsmodellentwicklung angesiedelt, der inzwischen eine breite Bekanntheit in unserer Branche besitzt.

An Beispielen und am eigenen Erleben war eindrucksvoll zu erkennen, wie wichtig dagegen die früheren Phasen sind: Zum Beispiel in der Phase 1, „Starten“:

  • Impuls und Begeisterung für das Thema der Idee
  • Gemeinsames Verständnis der Vision im Team, gemeinsame Werte, Erwartungen an die Zusammenarbeit. Dies erwies sich als Knackpunkt für die kreative Weiterarbeit in den Teams.
  • Warum? Möglicher Nutzen für potentielle Kunden, wer/ was kann uns von außen unterstützen?
  • Bereits bestehende Alternativangebote und -lösungen für das Thema
  • Mögliche positive/ negative Folgen für Menschen, Gesellschaft, Umwelt

In der Phase 2 - Entdecken und Ergründen - gilt es u.a. vorhandene Ressourcen zu prüfen und mögliche Funktionen und Rollen im Team zu klären. Außerdem holen sich die Teams durch Personas (empathische Einfühlung), externe Partner und Lead User Impulse.

Schließlich prüft man in Phase 2 auch bestehende Lösungsansätze in anderen Bereichen/ Branchen und erarbeitet mögliche Gründe für bisher fehlende Lösungen.

Phase 3 - Verwandeln - bedeutet u.a. das Loslassen eingefahrener Perspektiven und Vorausahnung einer positiven Zukunft mit gelöstem Problem.

In dieser Phase gilt es, sich weiter zu fokussieren, z.B. interessante Personas/ Zielgruppen auszuwählen und einen Problemraum zu definieren. Außerdem die gesellschaftlichen Anforderungen innerhalb des definierten Problemraums zu benennen und mögliche Unterstützer zu finden.

Wie immer bei Tools: Nur das Ausfüllen eines Canvas bringt keine umsetzbare Produktidee. Die Begeisterung, das Commitment, die Freiräume, die Gelegenheiten, das Timing und vieles andere müssen zusammenpassen.

 

Info: die Methode Real Time Innovation ist ein Kartenset, das auf zahlreichen Interviews mit Innovations-Experten, innovativen Unternehmern und Start-Ups aufbaut. Die Karten repräsentieren das implizite Wissen und die Erfolgsmuster für Innovationsprozesse im gesellschaftlichen und unternehmerischen Umfeld. Sie bieten eine völlig neuartige und einzigartige Herangehensweise, um den Herausforderungen und der Komplexität von Innovationsprozessen Rechnung zu tragen.

Daneben gibt es einen Canvas mit den hier beschriebenen Phasen.

Link zum Bezug des Kartensets zu einem Preis von 89 Euro:
https://www.amazon.de/Real-Time-Innovation-Denken-Mustern/dp/3962220003